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MARTIN OSTER

DIGITAL DESTRUCTION

 19.05. - 01.07.2018

o. T. Acryl und Öl auf Leinwand, 195 x 250 cm, 6500,00 €

o. T. Skizze, Marker auf Papier, Holzrahmen weiß, 44,2 x 61,8 cm, 120,00 €

o. T. Acryl auf Leinwand, 150 x 155 cm, 1900,00 €

 

o. T. Acryl auf Leinwand, 180 x 160 cm, 2100,00 €

 

o. T. Skizze, Marker auf Papier, Holzrahmen weiß, 21 x 29,7 cm

o. T. Acryl auf Leinwand, 195 x 200 cm, 2900,00 €

 

o. T. Acryl auf Leinwand, 155 x 170 cm, 2100,00 €

 

o. T. Acryl auf Leinwand, 61 x 60 cm, 490,00 €

 

 

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In Digital Destruction hinterfragt Martin Oster sein Schaffen der letzten 10 Jahre. Bereits vor dem Begriff „Big Data“ beschäftigte er sich mit der zunehmenden Digitalisierung. Dazu entwickelte er eine Methode, reale Gegenstände wie Spielzeugfiguren oder eigens gebaute Skulpturen mittels Computertomografie zu durchleuchten. Der Röntgenstrahl diente dazu tiefere Einsichten zu erlangen. Bei der künstlerischen Verarbeitung, galt es Darstellungsformen zu finden, die sich von der rein digitalen, unendlichen Reproduzierbarkeit absetzten. So entstanden Kunstwerke wie singuläre, raumbezogene Videoinstallationen oder figürlich geformte Leuchtkästen mit Duratrance-Belichtungen. In allen Werken spielte die erzeugte Metaebenen die entscheidende Rolle, nicht die verwendete Technik. Trotzdem war der technische Aufwand immer eine enorme Herausforderung, so Oster. Doch die gewonnenen Einblicke waren überwältigend. Dies hat ihn sehr lange gefesselt, experimentieren und forschen lassen. Irgendwann kam der Moment, an dem die Anbindung an die Technik zu einer wachsenden Abhängigkeit führte. Die erzeugten Bilderwelten entstammten immer gewissen Vorgaben der Maschine. Natürlich konnte mittels der gewählten Objekte und der Software die Darstellung gesteuert werden, aber das eigene Sehen und Denken wurde zunehmend manipuliert. „Gleichzeitig merkte ich wie schwer es mir viel, mich von meiner erfundenen Technik zu lösen. Ich fing an, Teile der Videos mit Projektionen auf Leinwände zu malen, Ebene für Ebene. Je mehr ich malte um so mehr kam die Kraft des eigenen Sehens zurück. Natürlich ist man ständig, von allem was man sieht und was einen umgibt, beeinflusst. Ich stellte fest, dass ich zu eingefahren war, der Prozess stagnierte. Es galt mir meine Freiheit als Künstler zurück zu holen.“ reflektiert Oster. In Martin Osters, neuem Werk werden auf energetische und subtile Weise Spannungsverhältnisse unserer digitalen Welt sichtbar. Man spürt ein sich Entgegenstämmen, einen Versuch den digitalen Code zu dekonstruieren, seine Geste zurück zu gewinnen. Diese Ausstellung begeistert mit Frische und einem Augenzwinkern. Seine großformatige Malerei in leuchtenden Farben, Linien, Formen und Gewirr zerlegt die Oberfläche und erschafft Freiraum. Roland Barthes aus Cy Twombly: „Was ist eine Geste? Etwas wie die Zugabe eines Aktes. Der Akt ist transitiv, er will ein Objekt, ein Resultat hervorrufen. Die Geste oder Gebärde ist die unbestimmte und unerschöpfte Summe der Gründe, Triebe, Faulheit, die den Akt mit einer Atmosphäre (im astronomischen Sinn des Wortes) umgeben. Unterscheiden wir also die Botschaft, die eine Einsicht hervorbringen will, und die Gebärde, die den ganzen Rest (die „Zugabe“) produziert, ohne eigentlich etwas produzieren zu wollen. Der Künstler (halten wir an diesem kitschigen Wort noch fest) ist von Haus aus ein Gebärdenmacher: er will einen Effekt herbeiführen und gleichzeitig will er es nicht; die Effekte, die er produziert, hat er nicht unbedingt gewollt; es sind zurückgewandte, umgedrehte, ausgebrochene Effekte, die auf ihn zurückfallen und Modifikationen, Abweichungen, Erleichterungen der Spur hervorrufen. In der Geste hebt sich somit die Unterscheidung zwischen Ursache und Wirkung, Motiv und Ziel, Ausdruck und Appell auf. Die Geste des Künstler - oder der Künstler als Geste bricht nicht die Kausalkette der Akte aber er rüttelt an ihr, er wirft sie neu aus bis er ihren Sinn verliert. Wir freuen uns auf euch! Alex und Martin